Sonntag, 6. Februar 2022

2 Corona-Frauen (XXVII)

NDR, 5. Februar 2022


Genesen in Osnabrück

Frau Meier: "Darüber hat sich damals einer meiner Nachbarn sehr geärgert. Der war nämlich Kleptomane."

Frau Schulze: "Einer meiner Nachbarn auch. Der war eine Schnapsdrossel."

Worüber die beiden Freundinnen im Jahre 2050 noch einmal diskutieren? Die Antwort: Über einen Beschluss des Verwaltungsgerichtes Osnabrück aus dem Jahre 2022. Das Gericht hielt damals die Verkürzung des Genesenenstatus für verfassungswidrig. 

Frau Meier: "Passte meinem Nachbarn überhaupt nicht in den Kram. Wenn er wieder einmal etwas geklaut hatte, galt er als krank, denn Kleptomanie war ja eine Krankheit. Als Kranker wurde er von den Gerichten natürlich milder behandelt als ein gesunder Dieb. Nach jedem Diebstahl von einem Gutachter wieder für krank erklärt zu werden, war also gut für ihn."

Frau Schulze: "Mein Nachbar wollte sogar nach Osnabrück torkeln, um zu beweisen, dass er immer noch alkoholkrank war."

Die 2 Corona-Frauen (XXVIII)

Freitag, 4. Februar 2022

2 Corona-Frauen (XXVI)

Österreichischer Rundfunk, 1. Februar 22

Corona verursacht Rückenschmerzen

Frau Schulze macht sich im Gras so lang wie möglich. Das ist gut gegen die Rückenschmerzen, von denen sie seit 2022 hin und wieder geplagt wird. Ihr Arzt hat diese Schmerzen seinerzeit auf psychische Probleme zurückgeführt: "Sie sollten sich nicht so oft mit Corona beschäftigen."

Während sich in Deutschland die Politik noch über eine Impfpflicht stritt, wusste niemand mehr, um welches Virus es eigentlich ging. Bei ihrem jüngsten Impftermin hatte sie bereits eine Spritze in den linken und eine Spritze in den rechten Arm bekommen. Gegen die beiden BA´s, hieß es. Das seien Omikron-Untervarianten, dafür müsse sie schon bald keine Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19, Delta und Omikron mehr bekommen. Danach tat ihr der Rücken zum ersten Mal weh. 

"Siehst du nun ein, dass dein Arzt damals recht hatte?", bückte sich Frau Meier völlig schmerzfrei nach einer Butterblume. "Ich habe bei den Impfterminen beide Arme frei gemacht. Als ich auch noch meine Beine entblößen sollte, fragte ich auch nicht lange."

"Ich hätte dich eben früher kennenlernen sollen", machte sich Frau Schulze noch länger. "Ich dachte einfach zu viel nach. So konnte ich mir zum Beispiel auch nicht erklären, wie man auf der Basis falscher Statistiken sagen konnte, dass sie etwas verdoppelt hatte. Doppelt falsch ist richtig ging mir nicht in den Kopf."

"Und jetzt denkst du darüber nach, worüber du nachgedacht hast. Hör damit auf."

Die zwei Corona-Frauen (XXVII)

Dienstag, 1. Februar 2022

2 Corona-Frauen (XXV)

Programm am 1. Februar 2050

Unterhaltung trotz minus1-Regel

Frau Schulze hat sich schick gemacht, auch eine Flasche Wein bringt sie mit. Um 9 Uhr morgens ist sie aufgebrochen, hat so viele Haken wie möglich geschlagen, um ungesehen in die Wohnung von Frau Meier zu gelangen. Denn seit dem 1. Februar gilt die minus1-Regel, die besagt, dass man sich eigentlich nicht einmal mehr mit sich selbst treffen darf. 

Doch heute ist ein besonderer Tag. Denn der Lauterbach-Sender EsWirdImmerSchlimmer (EWIS) plant für den Abend eine kurzweilige Zerstreuung für die Übriggebliebenen. Moderator ist Markus Lanz, der das Publikum in einem Podcast mit dem Philosophen Richard David Precht auf diesen aufregenden Abend vorbereitet hat. Philosoph und Moderator waren sich einig: "Wenn sich die Menschen Unterhaltung wünschen, können wir ihnen das nicht immer verübeln, wir müssen sie manchmal, wenn auch selten, unterhalten."

In fünf Minuten soll es losgehen. Das Programm kennt Frau Meier bereits auswendig. 

"Um 20 Uhr zeigt EWIS eine Talkshow mit dem Virologen Christian Drosten, der vor genau 30 Jahren gesagt hat, dass es sich bei Corona nur um eine normale Grippe handelt. Danach wird der Film ´Irren ist männlich´ gezeigt. Anschließend sagt Karl Lauterbach seine Meinung zu diesem Film. Er soll nicht sehr begeistert sein. Wofür der Philosoph Richard David Precht Verständnis äußern wird. Denn irren könne auch weiblich sein. Das Programm endet  um 23.55 Uhr mit ´Freude, schöner Coronafunken`."

"Also mit Ode an Karl Lauterbach."

"Du sagst es. Ich finde das prechtig."

"Prechtig von Precht?"

Die zwei Corona-Frauen (XXVI)