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Samstag, 18. Dezember 2021

2 Corona-Frauen (III)

Die Welt, 18. Dezember 21

Freundinnen wollen nicht an den Pranger gestellt werden

Das Geheimnis der Art und Weise, wie die Treffen von Frau Schulze und Frau Meier zustande kommen, muss auch weiterhin im Verborgenen bleiben, denn seit die Ungeimpften nicht mehr als Feindbild herhalten können, weil inzwischen auch die meisten Geimpften gestorben sind, bestünde die Gefahr, dass man die beiden Freundinnen wegen ihrer Treffen als Treiber von Covid-56 an den Pranger stellen würde. 

Noch zu gut ist den beiden in Erinnerung, wie die Medien über einen Spieler von Bayern München herfielen, als der zugab, gegen Covid-19 nicht geimpft zu sein. Satiriker sahen sich sogar gemüßigt, ihn für die Pandemie mitverantwortlich zu machen. Dazu bediente man sich so mancher Fälschung. Auch der Hamburger Bürgermeister wurde Ende 2021 der Fälschung überführt, als er behauptet hatte, dass 90 Prozent der Corona-Infizierten nicht geimpft seien. 

Frau Meier und Frau Schulze waren zwar inzwischen weit über 30 Mal geimpft, aber Treffen mit mehr als sich selbst waren immer noch verboten. Einkaufen durfte man nur noch einmal in der Woche. In jeder Neujahrsansprache hob der Bundesgesundheitsminister seine Hochachtung für alle hervor, die lieber hin und wieder Kohldampf schoben als diese Regel zu missachten. Man munkelte, dass er bei der nächsten Neujahrsansprache sogar in der Lage sein würde, alle, bei denen er sich bedanken würde, bei Namen zu nennen.

Zwei Corona-Frauen (IV) 

Donnerstag, 16. Dezember 2021

2 Corona-Frauen

Auch diesem Trend
haben sich Frau 
Schulze und Frau
Meier nie angeschlossen.
T-online am 16. 12. 21

Tests nur noch im 26-Stunden-Abstand?

Wir begleiten Frau Schulze und Frau Meier in ihrem Alltag. Diese beiden Frauen haben sich in einem Schnelltest-Zentrum kennengelernt. Das ist inzwischen 25 Jahre her. Seither verbindet sie eine tiefe Freundschaft, die auch darauf gründet, dass sie noch nie zu den Trendsettern gehört haben.  Weitere Freundschaften wären allerdings auch nicht mehr möglich. Montags müssen sie sich um 10 Uhr testen lassen, dienstags um 11 Uhr, mittwochs um 12 Uhr, donnerstags um 13 Uhr, freitags um 14 Uhr, samstags um 15 Uhr und sonntags um 16 Uhr.

Zwischen den Tests liegen also immer 25 Stunden. Die neuen Impftermine erfahren sie immer dann, wenn eine neue Mutation von ehemals Covid-19 auftaucht. Da Covid-56 laut Robert-Koch-Institut weniger ansteckend ist als Covid-55, ist in diesem Jahr damit zu rechnen, dass nur noch Tests im Abstand von 26 oder 27 Stunden erforderlich sind. Dass Geimpfte mit Heroin-Abhängigen verwechselt werden, kommt kaum noch vor. Frau Schulze erinnert sich: "Ich habe deswegen einmal 24 Stunden in Untersuchungshaft gesessen."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hofft auf weitere Erfolge im Kampf gegen das Virus, versichert er Frau Schulze und Frau Meier soeben in einer persönlichen Videokonferenz. Der Minister soll gesagt haben: "Ein Abstand von 27 Stunden ist im Sommer absehbar."

Zwei Corona-Frauen (II)