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Freitag, 26. April 2024

Freitag, 12. August 2022

Zwei Corona-Frauen (XXXXV)

12. August 2022


Als es fast keine Wissenschaftler mehr gab

Wissenschaft kann manchmal verwirrend sein. Daran erinnern sich Frau Meier und Frau Schulze auch noch im Jahre 2050, obwohl es kaum noch Wissenschaftler gibt. Die sind inzwischen fast alle an falschen Impfstoffen gestorben. 

"Schuld war doch eigentlich dieser hochgejubelte Virologe Christian Drosten von der Düsseldorfer Scharitee", kratzt sich Frau Schulze mit der Stricknadel am Hals. 

"Berliner, nicht Düsseldorfer", entgegnet Frau Meier und löffelt weiter ihren Puddingteller aus. "Aber wie meinst du das?"

Frau Schulze erklärt Frau Meier, wie sie das meint: Im Frühjahr 2020 habe Christian Drosten gesagt, dass er keine Ahnung von Bakterien habe. Das habe Karl Lauterbach schon missverstanden, als er noch nicht Bundesgesundheitsminister gewesen sei. Dass Christian Drosten eigentlich habe sagen wollen, dass er viel Ahnung von Viren besitze, sei von Karl Lauterbach nicht einmal vermutet worden.

"Zu Recht", begnügt sich Frau Meier mit einer Zwischenbemerkung. 

"Ob nun zu Recht oder nicht", vollendet Frau Schulze ihren Gedankengang, der zu der Erkenntnis führt, dass jemand, der gleich am Anfang etwas missverstanden habe, im Laufe der Zeit immer verwirrter werden müsse. Daran sei, wie bereits erwähnt, Christian Drosten schuld.

Zwei Corona-Frauen (XXXXVI) 

Donnerstag, 10. Februar 2022

2 Corona-Frauen (XXVIII)

Karl Lauterbach und die Ampel von Frau Schulze

 "Reicht es nicht, dass du mir schon gestern dermaßen auf die Nerven gegangen bist mit deiner angeblich immer noch existierenden Verpflichtung, bei Rot an einer Ampel stehen zu bleiben? Hast du immer noch nicht begriffen, dass es kaum noch Autos gibt, die uns überfahren könnten und dass der letzte Polizist vor einem Jahr in Pension gegangen ist?", schimpft Frau Meier. 

"Neiiiienn", ruft Frau Schulze ihrer Freundin zu, die bereits die andere Straßenseite erreicht hat. "Ich gefalle mir derzeit in der Rolle von Karl Lauterbach im Februar 2022."

Die Ampel springt auf Grün, Frau Schulze springt von Streifen zu Streifen.

"Der hat den Februar 2022 an einer Ampel verbracht?" 

"Neiiiieenn. In einer Ampel. Aber nicht nur der Ampel ging er mit der Impfpflicht auf die Nerven. Und dann meinte er sogar noch, dass es nicht reiche, den anderen auf die Nerven zu gehen. Obwohl alle bereits Geimpften  nach einer dreifachen Impfung nur noch drei Monate gesund waren, wollte er nun unbedingt, dass auch alle noch nicht Geimpften nach drei Monaten krank werden."

Frau Meier sieht die Ampel nun mit ganz anderen Augen, merkt aber trotzdem an: "Ich weiß nicht, ob du das damals so richtig verstanden hast."

Die zwei Corona-Frauen (XXIX)

Dienstag, 1. Februar 2022

2 Corona-Frauen (XXV)

Programm am 1. Februar 2050

Unterhaltung trotz minus1-Regel

Frau Schulze hat sich schick gemacht, auch eine Flasche Wein bringt sie mit. Um 9 Uhr morgens ist sie aufgebrochen, hat so viele Haken wie möglich geschlagen, um ungesehen in die Wohnung von Frau Meier zu gelangen. Denn seit dem 1. Februar gilt die minus1-Regel, die besagt, dass man sich eigentlich nicht einmal mehr mit sich selbst treffen darf. 

Doch heute ist ein besonderer Tag. Denn der Lauterbach-Sender EsWirdImmerSchlimmer (EWIS) plant für den Abend eine kurzweilige Zerstreuung für die Übriggebliebenen. Moderator ist Markus Lanz, der das Publikum in einem Podcast mit dem Philosophen Richard David Precht auf diesen aufregenden Abend vorbereitet hat. Philosoph und Moderator waren sich einig: "Wenn sich die Menschen Unterhaltung wünschen, können wir ihnen das nicht immer verübeln, wir müssen sie manchmal, wenn auch selten, unterhalten."

In fünf Minuten soll es losgehen. Das Programm kennt Frau Meier bereits auswendig. 

"Um 20 Uhr zeigt EWIS eine Talkshow mit dem Virologen Christian Drosten, der vor genau 30 Jahren gesagt hat, dass es sich bei Corona nur um eine normale Grippe handelt. Danach wird der Film ´Irren ist männlich´ gezeigt. Anschließend sagt Karl Lauterbach seine Meinung zu diesem Film. Er soll nicht sehr begeistert sein. Wofür der Philosoph Richard David Precht Verständnis äußern wird. Denn irren könne auch weiblich sein. Das Programm endet  um 23.55 Uhr mit ´Freude, schöner Coronafunken`."

"Also mit Ode an Karl Lauterbach."

"Du sagst es. Ich finde das prechtig."

"Prechtig von Precht?"

Die zwei Corona-Frauen (XXVI)


Samstag, 29. Januar 2022

2 Corona-Frauen (XXIII)

www.coronarchiv.de, 27. Januar 2022

28 Jahre später immer noch im Netz


 "Das stimmt wirklich", schaut Frau Meier auf ihren Digi-Viewer. "Was einmal im Netz gestanden hat, bleibt dort für immer."

"Was meinst du denn genau?", lehnt sich Frau Schulze immer noch gegen die Digitalisierung auf. "Du weißt ja, dass ich mir nie einen Computer angeschafft habe. Auch ein Digi-Viewer kommt mir nicht in die Wohnung. Alle Medien auf einen Blick, Traumreisen ohne Koffer packen, virtuelle Welten nach Wunsch, alles nichts für mich. Was ist also nun wieder los?"

"Das Gespräch, das wir am 25. Januar 2022 über eine Studie aus Göttingen geführt haben, kann man immer noch lesen oder sich vorlesen lassen."

"Zeig mal. Tatsächlich. Kannst du das irgendwo verlinken?"

"Verlinkt."

Wortmeldung aus dem Schwarzwald.
29. Januar 2022




Die zwei Corona-Frauen (XXIV)

Donnerstag, 20. Januar 2022

2 Corona-Frauen (XX)

Süddeutsche Zeitung, 16. Januar 2022

Falsche Zahlen im Haushaltsbuch-eine Gefahr für die Freundschaft?


 "Da musst du dich verrechnet haben", braust Frau Schulze auf. "Diese Eintragung in unser gemeinsames Haushaltsbuch kann ich nicht akzeptieren. Du willst mich über den Tisch ziehen."

Frau Meier versucht gar nicht erst, sich heraus zu reden. Dass sie den Preis für einen Liter Milch auch anteilig bei dem von ihr selbst gebackenen Kuchen in Rechnung gestellt hat, findet sie völlig in Ordnung. 

"Das habe ich schon so gemacht, als wir uns noch gar nicht kannten", sagt sie. "Mein Mann, der im Januar 2022 bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, wurde damals schließlich vom Gesundheitsamt auch anteilig bei den Corona-Toten mitgezählt."

"Das war doch etwas völlig anderes. Dein Mann gehörte zu den Ungeimpften. Wäre er geimpft worden, hätte er genau an dem Tag, an dem er verunglückte, seine erste Spritze bekommen. Und zur Impfstation wäre er zu Fuß gegangen. Die gab es doch auch in eurer Nähe. Er würde also immer noch leben. Hätte er sich vor Corona geschützt, wäre er auch vor dem Unfalltod geschützt gewesen."

"Du stellst Zusammenhänge her...Aber eins muss ich doch mal klar stellen."

"Und das wäre?"

"Mein Mann wurde damals 1 : 10 in die Corona-Statistik übernommen, der Anteil der Milchkosten an den Gesamtkosten des Kuchen dagegen beträgt nur 1 : 1000."

Frau Schulze bemüht noch einmal ihren Taschenrechner. 

"1000 durch 10 ist 100. Ein Liter Milch hat gestern 200 Cent gekostet. 200 Cent durch 100 sind 2 Cent. Tut mir leid, irgendwas stimmt hier nicht. Das Beste wird es sein, wir vergessen die Sache."

Die zwei Corona-Frauen (XXI)



Montag, 17. Januar 2022

2 Corona-Frauen (XIX)

"Hannoversche Allgemeine Zeitung"
17. Januar 2022

Eichhörnchen sind nur noch zwei Minuten tot


 "Du springst ja wieder herum wie ein junges Reh", freut sich Frau Meier mit Frau Schulze bei einem Waldspaziergang.

"Mein Fuß war ja auch nur verstaucht. Das renkt sich ja schnell wieder ein", hüpft Frau Schulze über einen Maulwurfshügel. "Immerhin gelte ich jetzt für drei Monate als genesen."

"Wann hat das Robert-Koch-Institut eigentlich diese Genesungs-Frist verkürzt?", bückt sich Frau Meier nach einem Tannenzapfen, der sich geöffnet hat. "Das Wetter bleibt gut."

"Aber auch nur bis zum Abend. Schönes Wetter gibt es laut Robert-Koch-Institut nur noch für maximal 48 Stunden. Und um auf deine Frage zurück zu kommen. Dass man von Corona nur noch drei Monate geheilt ist, wurde im Januar 2022 so festgelegt."

"Jetzt, wo du es sagst", hebt Frau Meier den geöffneten Tannenzapfen doch nicht auf. "Und dann wurden für alle Krankheiten und Unfallfolgen solche Fristen festgelegt."

"Sogar dem Tod wurde eine Frist gesetzt."

Frau Schulze und Frau Meier lachen so laut, dass ein Eichhörnchen vom Baum fällt. Das Tier ist tot. Die beiden Freundinnen untersuchen das Tier, machen sich aber keine Sorgen. 

"Wenn ich das noch richtig weiß", sagt Frau Schulze, "dann flitzt das Eichhörnchen in einer Minute wieder den Stamm hoch."

"Weil dann die Todesfrist endet, die vom Robert-Koch-Institut für Eichhörnchen auf zwei Minuten gesenkt worden ist."

Die zwei Corona-Frauen

 

Sonntag, 16. Januar 2022

2 Corona-Frauen (XVIII)

t-online, 10. Januar 2022

Nichts reimt sich auf Virus

 "Wie hieß die noch gleich?"

Frau Meier, die nach dem Nacktbaden im Kiesteich immer Probleme mit ihrem BH bekommt, will von anderen Frauen nichts hören. 

"Mir doch wurscht. An mich reicht doch sowieso keine heran."

"Aber es geht um Dichtung. Um Gedichte, die ich damals geschrieben habe. Sie hatte im Deutschen Bundestag einen Parlaments-Poeten gefordert."

Der Verschluss schnappt zu. Nun kann Frau Meier auch ihre Bluse anziehen. 

"So einen wie Heinrich Heine? Denk ich an Deutschland in der Nacht..."

"Ja. So ähnlich. Heine hatte ja Sehnsucht nach seiner Heimat, als er das schrieb."

"Bekam ich auch immer, wenn der Bundestag tagte. Meine Eltern kommen ja aus der Schweiz."

"Ich hab´s. Die hieß Katrin Göring-Eckardt. Ich habe mich damals sehr schwer getan mit den Gedichten. Auf Virus reimt sich doch nichts und auf Omikron schon gar nicht. Also habe ich es mit Bakterien versucht."

"?"

"Hier. Ich lese mal vor. Ich schriebe gern in Serien, neue Zeile, Gedichte über Bakterien."

"Gar nicht so schlecht", sagt Frau Meier und streicht ihren Rock glatt. 

Die zwei Corona-Frauen (XIX)


 

Donnerstag, 13. Januar 2022

2 Corona-Frauen (XVII)

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Januar 2022
Tolles Zeug mit toller Nebenwirkung

"Das war vielleicht ein Teufelszeug", fängt Frau Schulze sofort an zu schwärmen, als Frau Meier diese Schlagzeile hervor kramt. "Nach der zweiten Impfung mit diesem Zeug war ich zwar nicht geboostert, dafür konnte ich aber sofort Italienisch. Fließend."

"Italienisch?", meldet Frau Meier zwar nur selten Zweifel an den Behauptungen ihrer Freundin an, aber wenn, dann richtig. "Meinst du vielleicht Rumänisch?"

Frau Schulze überlegt.

"Kann sein. Ich habe ja selbst nicht verstanden, was ich auf Italienisch so alles gesagt habe."

"Rumänisch."

Die zwei Corona-Frauen (XVIII) 
 

Montag, 3. Januar 2022

2 Corona-Frauen (XII)


3. Januar 2022

Frau Schulze bekommt eine Gänsehaut

"Wenn ich das lese, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut", fährt Frau Schulze mit der rechten Hand über ihren linken Unterarm. 

"Wieso das denn?", fragt Frau Meier und betrachtet ihre Unterarme, die jedoch keine Gänse-, sondern die gewohnte faltige Haut haben. 

"Muss ich das etwa vorlesen? Wenn es denn sein muss. Mehrere Bundesländer. Also nicht nur Bayern, wo es das vorher auch schon gegeben hat. Auch nicht nur Baden-Württemberg. Sondern beispielsweise auch Niedersachsen, Bremen und Hamburg."

"Bist du bald fertig?"

"Okay. Ich fasse mich kurz. Präsenzunterricht bedeutet doch Unterricht in Klassenzimmern mit Lehrerinnen und Lehrern."

"Was denn sonst?"

"Den hat es doch in vielen Bundesländern bis dahin gar nicht gegeben. Jedenfalls nicht regelmäßig. Es gab dafür doch gar nicht genug Lehrerinnen und Lehrer."

Zwei Corona-Frauen (XIII)


Montag, 27. Dezember 2021

2 Corona-Frauen (IX)

27. Dezember 2021


 Wie es euch gefällt

"Wie hast du es 2022 eigentlich lieber gehabt? Flach und lang oder kurz und hoch?"

Bei dieser Frage von Frau Schulze schoss Frau Meier die Röte ins Gesicht, die früher sogar hin und wieder Morgenröte war. 

"So was fragt man doch nicht", wurde ihr heiß und kalt.

"Das mein ich doch nicht. Was du auch immer denkst."

Die Röte verließ das Gesicht von Frau Meier wieder. Die Falten allerdings blieben. 

"Was meinst du dann?"

"Die Wellen der Corona-Pandemie natürlich. Der Infektiologe..."

"Darüber habe ich noch nie richtig nachgedacht."

Zwei Corona-Frauen (X)




Samstag, 25. Dezember 2021

2 Corona-Frauen (VIII)

Focus, 25. Dezember 2021


Chinesen werfen bayerischen Gesundheitsminister raus

"Die hat der Holetschek dann ja 2023 bekommen", sagte Frau Schulze zu Frau Meier und schob den Artikel aus dem "Focus" vom 25. Dezember 2021 zu Frau Schulze hinüber. 

"Ich erinnere mich ausnahmsweise sogar noch an die Schlagzeile der `Bild´-Zeitung."

"Der Klaus ist raus", kam Frau Schulze Frau Meier zuvor, die daraufhin sofort ihren Mund wieder schloss.  "Ausgerechnet ihn traf die schlimmste Malusregel, weil die Krankenkasse, in der er war, inzwischen einem chinesischen Konzern gehörte."

"Und in China gab es ja schon seit Jahren ein ausgeklügeltes System zur Beurteilung des Verhaltens der Bürgerinnen und Bürger."

"Und da sich Klaus Holetschek seinen Arm ausgekugelt hatte, als er sich eine Spritze gegen das neueste Virus verpasste, warfen ihm die Chinesen unverantwortliches Verhalten im Umgang mit seiner Gesundheit vor."

"Und da sowas in China nicht geduldet wird, flog er aus der Krankenversicherung raus."

Zwei Corona-Frauen (IX) 

Dienstag, 21. Dezember 2021

2 Corona-Frauen (V)

Wirtschaftswoche,
21. Dezember 2021


Nutzloser Ausweis nur noch neun Monate nutzlos

Wenn Frau Meier Frau Schulze anruft, ist es nicht immer dringend. Meistens will sie einfach nur plaudern.  Früher wäre es dagegen oft dringend gewesen, wenn sie sich da schon gekannt hätten. Wie beispielsweise am 21. Dezember 2021. Das Telefongespräch hätte diesen Verlauf genommen:

"Ich habe gerade gehört, dass der EU-Impfnachweis ohne Booster-Impfung nur noch neun Monate gültig sein soll", kam Frau Meier sofort zu Sache.

Frau Schulze  verstand von dieser Sache aber gar nichts. Deshalb bat sie ihre Freundin um Geduld.

"Ich google das mal. Mal sehen, was ich da finde."

Was Frau Schulze fand, verstand sie ebenfalls nicht.

"Wenn ich das richtig verstehe", sagte sie trotzdem, "soll diese Regelung am 1. Februar in Kraft treten. Mit Boostern ist bekanntlich die dritte Impfung gemeint. Wenn ich auch das richtig verstehe, hat bis dahin Covid-21 längst Covid-20 abgelöst. In den USA sind jetzt schon fast 70 Prozent der Neuinfektionen auf das neue Virus zurückzuführen. Sollte ich auch noch richtig verstanden haben, dass gegen Covid-21 keine der bisherigen Impfungen hilft, dann nehme ich kaum an, dass ein Impf-Nachweis daran etwas ändern würde."

Frau Meier gestand ihrer Freundin, dass nun ihr Kopf brumme und bat um Bedenkzeit. Die sich Frau Schulze nicht gönnte. Sie googelte weiter.

"Alles nur ein Stück Plastik", stellte sie schließlich fest. "Der EU-Impfausweis hat keinen Einfluss auf die Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union. Auch sonst ist er nur Plastikmüll. Haben wir davon nicht schon genug?"

Zwei Corona-Frauen (VI)


Montag, 20. Dezember 2021

2 Corona-Frauen (IV)

20. Dezember 2021. 


Der Unterschied zwischen hoch und sehr hoch

Die Sonne schien auf die Beine von Frau Schulze und Frau Meier, die sie wohlig ausstreckten. Die beiden Freundinnen saßen auf dem zugewucherten Parkplatz eines ehemaligen Einkaufszentrums und diskutierten darüber, ob das Gras und das Unkraut hoch oder sehr hoch waren. 

Frau Schulze und Frau Meier fühlten sich auch hier sicher vor der Lockdown-Polizei, sie schwelgten in Erinnerungen.

"Sehr hoch oder hoch ist auch im Dezember 2021 die Frage gewesen", sagte Frau Schulze.

"Als Covid-21 kam", fügte Frau Meier hinzu.

"Wie wir heute wissen, war der Unterschied zwischen Genesenen, Geimpften und Nichtgeimpften überhaupt nicht hoch."

Die zwei Corona-Frauen (V)

Samstag, 18. Dezember 2021

2 Corona-Frauen (III)

Die Welt, 18. Dezember 21

Freundinnen wollen nicht an den Pranger gestellt werden

Das Geheimnis der Art und Weise, wie die Treffen von Frau Schulze und Frau Meier zustande kommen, muss auch weiterhin im Verborgenen bleiben, denn seit die Ungeimpften nicht mehr als Feindbild herhalten können, weil inzwischen auch die meisten Geimpften gestorben sind, bestünde die Gefahr, dass man die beiden Freundinnen wegen ihrer Treffen als Treiber von Covid-56 an den Pranger stellen würde. 

Noch zu gut ist den beiden in Erinnerung, wie die Medien über einen Spieler von Bayern München herfielen, als der zugab, gegen Covid-19 nicht geimpft zu sein. Satiriker sahen sich sogar gemüßigt, ihn für die Pandemie mitverantwortlich zu machen. Dazu bediente man sich so mancher Fälschung. Auch der Hamburger Bürgermeister wurde Ende 2021 der Fälschung überführt, als er behauptet hatte, dass 90 Prozent der Corona-Infizierten nicht geimpft seien. 

Frau Meier und Frau Schulze waren zwar inzwischen weit über 30 Mal geimpft, aber Treffen mit mehr als sich selbst waren immer noch verboten. Einkaufen durfte man nur noch einmal in der Woche. In jeder Neujahrsansprache hob der Bundesgesundheitsminister seine Hochachtung für alle hervor, die lieber hin und wieder Kohldampf schoben als diese Regel zu missachten. Man munkelte, dass er bei der nächsten Neujahrsansprache sogar in der Lage sein würde, alle, bei denen er sich bedanken würde, bei Namen zu nennen.

Zwei Corona-Frauen (IV) 

Donnerstag, 16. Dezember 2021

2 Corona-Frauen

Auch diesem Trend
haben sich Frau 
Schulze und Frau
Meier nie angeschlossen.
T-online am 16. 12. 21

Tests nur noch im 26-Stunden-Abstand?

Wir begleiten Frau Schulze und Frau Meier in ihrem Alltag. Diese beiden Frauen haben sich in einem Schnelltest-Zentrum kennengelernt. Das ist inzwischen 25 Jahre her. Seither verbindet sie eine tiefe Freundschaft, die auch darauf gründet, dass sie noch nie zu den Trendsettern gehört haben.  Weitere Freundschaften wären allerdings auch nicht mehr möglich. Montags müssen sie sich um 10 Uhr testen lassen, dienstags um 11 Uhr, mittwochs um 12 Uhr, donnerstags um 13 Uhr, freitags um 14 Uhr, samstags um 15 Uhr und sonntags um 16 Uhr.

Zwischen den Tests liegen also immer 25 Stunden. Die neuen Impftermine erfahren sie immer dann, wenn eine neue Mutation von ehemals Covid-19 auftaucht. Da Covid-56 laut Robert-Koch-Institut weniger ansteckend ist als Covid-55, ist in diesem Jahr damit zu rechnen, dass nur noch Tests im Abstand von 26 oder 27 Stunden erforderlich sind. Dass Geimpfte mit Heroin-Abhängigen verwechselt werden, kommt kaum noch vor. Frau Schulze erinnert sich: "Ich habe deswegen einmal 24 Stunden in Untersuchungshaft gesessen."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hofft auf weitere Erfolge im Kampf gegen das Virus, versichert er Frau Schulze und Frau Meier soeben in einer persönlichen Videokonferenz. Der Minister soll gesagt haben: "Ein Abstand von 27 Stunden ist im Sommer absehbar."

Zwei Corona-Frauen (II)