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Freitag, 26. April 2024

Intro

Herzlich
willkommen.

16. Dezember 2021. Deutschland im Jahre 2050, die Corona-Pandemie feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Derzeit grassiert Covid-56. Die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien haben ihre Namen - wenn möglich - unter Beibehaltung der Kürzel geändert. Das Parlament ist auf 100 Abgeordnete verkleinert worden, weil Impfungen und Tests inzwischen so häufig sind, dass ein normaler politischer Betrieb nicht mehr möglich ist. 

Die im Bundestag vertretenen wichtigsten Parteien und die Zahl der Sitze

Spaziergänge passieren doch (SPD) 10 Sitze

Chemnitzer dürfen unterwegs sein (CDU/CSU) 9 Sitze

Bündnis Impfstoff 90/Die Geimpften 23 Sitze

Fehler dürfen passieren (FDP) 25 Sitze

Bundesgesundheitsminister ist immer noch Karl Lauterbach  Andere Ministerien gibt es nicht mehr. 

Montag, 7. August 2023

Zwei Corona-Frauen (LII)


1975 hätten Lauterbach und Weil weniger Pech gehabt.
Bundesgesundheitsminister Lauterbach: Pech auch mit dem Hitzesommer

"Und dann kam der Hitze-Sommer 2023", rührt Frau Meier ihren Kaffee etwas zu schnell um.

Der Teller färbt sich braun.


"Du hast gekleckert", sagt Frau Schulze und rührt ihren Kaffee nicht zu schnell um. 

"Und unser Bundesgesundheitsminister hat geklotzt. Er veröffentlichte Tipps, wie man mit der Hitze umgeht."

Frau Schulze kann vor Lachen nicht mehr an sich halten, der Kaffee spritzt aus ihrem Mund. Der Tisch verfärbt sich braun.

"Dieser Pechvogel. Lauterbach. Im Juli waren die Temperaturen doch niedrig, im August noch niedriger. Und dann auch noch seine Klinik-Reform. Und keine Medikamente für Kinder mehr in den Apotheken."

"Es gab noch einen Sozialdemokraten, der Pech mit dem Hitzesommer hatte", holt Frau Meier einen Lappen und wischt das Braune vom weißen Porzellan. 

Frau Schulze grübelt.

"Meinst du den Ministerpräsidenten, der erst aus den Medien erfahren hat, dass VW einen Diesel-Skandal am Auspuff hatte?"

"Genau. Ich meine Stephan Weil. Der ließ sich einen Erlass gegen die Verschwendung von Wasser einfallen. Der trat am 7. Juli 2023 in Kraft."

Frau Schulze bewundert das gute Gedächtnis ihrer Freundin, hat aber auch kein schlechtes.

"Im Juli 2023 hat es doch fast nur geregnet."

Nun lacht Frau Meier lauthals. Da die Kaffeetasse auf dem Tisch steht, verfärbt sich nichts braun.

"Nun sag schon", rutscht Frau Schulze auf ihrem Stuhl hin und her.

"Auch das hat Stephan Weil erst aus den Medien erfahren."

Frau Schulzes Gesicht wird ernst.

"Wie viele Menschen immer noch an Corona starben, stand aber nicht mehr in den Medien."

"Was nicht mehr in den Medien steht, halten die meisten für überwunden."

"Weil auch sie alles nur aus den Medien erfahren?"


Dienstag, 20. Dezember 2022

Zwei Corona-Frauen (L)

 

Er kennt sich auch
mit Fliegen aus.

Als Karl Lauterbach die Maskenpflicht für immer wollte

"Das ist aber ein lauter Bach", sagt Frau Schulze und zieht ihren Mantel über die Knie. "Und kalt es auch noch."

Frau Meier, die einen Stock ins Wasser wirft, friert dagegen nicht, weil sie nicht am Ufer kauert, sondern sich bewegt. Weihnachten 2050 soll es sogar wieder einmal schneien. Altkanzler Olaf Scholz, der in einem Altersheim in Hamburg Aktien sammelt, die so grün wie möglich sein sollen, führt das auf seine Klimapolitik zurück, die er während seiner Amtszeit als Bundeskanzler konsequent verfolgt hat. Sein Motto "Wenn irgendwo das Licht ausfällt, wird sofort das benachbarte Atomkraftwerk wieder hochgefahren" sei goldrichtig gewesen. Über die Corona-Politik von Karl Lauterbach kann das niemand sagen. Auch Frau Meier nicht.

"Diesen Bach", sagt sie und hilft ihrer Freundin auf die Beine, "hat unser damaliger Bundesgesundheitsminister in seinem Weihnachtsurlaub 2022 gebuddelt. Aus lauter Wut über die Abschaffung der Maskenpflicht, die um diese Zeit von den ersten vier Bundesländern abgelehnt worden ist."

"Der hat sich damals aber auch ganz schön verfranst. Nun sollte die Maske auch noch vor der Grippe schützen", nimmt sich Frau Schulze selbst in die Arme. "Und für den Frühling hatte er sich auch schon was ausgedacht."

"Lass mich", hüpft Frau Meier von einem Bein auf das andere, nicht weil sie friert, sondern aus Heiterkeit. "Lass mich das sagen."

"Dann wiederhole seinen Satz, den er am 17. Dezember 2022 gesagt hat."

"Im Frühling soll es viel mehr Fliegen geben als sonst, die uns beim Spaziergehen oder Radfahren in den Mund fliegen könnten."

"Das waren zwei Sätze. Macht aber nichts."

Zwei Corona-Frauen (LI)


 

Freitag, 12. August 2022

Zwei Corona-Frauen (XXXXV)

12. August 2022


Als es fast keine Wissenschaftler mehr gab

Wissenschaft kann manchmal verwirrend sein. Daran erinnern sich Frau Meier und Frau Schulze auch noch im Jahre 2050, obwohl es kaum noch Wissenschaftler gibt. Die sind inzwischen fast alle an falschen Impfstoffen gestorben. 

"Schuld war doch eigentlich dieser hochgejubelte Virologe Christian Drosten von der Düsseldorfer Scharitee", kratzt sich Frau Schulze mit der Stricknadel am Hals. 

"Berliner, nicht Düsseldorfer", entgegnet Frau Meier und löffelt weiter ihren Puddingteller aus. "Aber wie meinst du das?"

Frau Schulze erklärt Frau Meier, wie sie das meint: Im Frühjahr 2020 habe Christian Drosten gesagt, dass er keine Ahnung von Bakterien habe. Das habe Karl Lauterbach schon missverstanden, als er noch nicht Bundesgesundheitsminister gewesen sei. Dass Christian Drosten eigentlich habe sagen wollen, dass er viel Ahnung von Viren besitze, sei von Karl Lauterbach nicht einmal vermutet worden.

"Zu Recht", begnügt sich Frau Meier mit einer Zwischenbemerkung. 

"Ob nun zu Recht oder nicht", vollendet Frau Schulze ihren Gedankengang, der zu der Erkenntnis führt, dass jemand, der gleich am Anfang etwas missverstanden habe, im Laufe der Zeit immer verwirrter werden müsse. Daran sei, wie bereits erwähnt, Christian Drosten schuld.

Zwei Corona-Frauen (XXXXVI) 

Freitag, 3. Juni 2022

Zwei Corona-Frauen (XXXXIII)

3. Juni 2022


Erinnerungen an eine tolle Corona-Zeit

"Die habe ich sogar noch", eilt Frau Meier zu ihrem Küchenschrank und holt sie heraus: Die Impfdose von Tchibo.

"Man, hat der Kaffee geschmeckt. Und die Zimtsterne."

Auch Frau Schulze erinnert sich immer wieder gern an den Herbst und an den Winter 2022/2023.

"Ich fand bei Edeka die Clementinen der Güteklasse BA 17 so klasse. Man, waren die saftig."

"Stimmt", stimmt Frau Meier Frau Schulze zu. "Die Begeisterung für diese Clementinen war wirklich ansteckend. Sogar so ansteckend, dass Lidl diese Clementinen bei Edeka gekauft und in den eigenen Supermärkten zum halben Preis verkauft hat. "

"Und das Schöne war, es gab keine Ländergrenzen wie sonst bei Corona-Maßnahmen. Sogar Bayern zog mit."

"Zwar mit Apfelsinen", nickt Frau Meier, "und mit der Güteklasse BA 18, aber der Markus Söder war ja schon immer ein Angeber."

Die zwei Corona-Frauen (XXXXIV)

Sonntag, 17. April 2022

Zwei Corona-Frauen (XXXVIII)

T-online, 16. April 2022
Altona 93 wieder deutscher Meister

  
"Ich bin so weit", sagt Frau Meier und bewundert ihr Spiegelbild. "Der Bus kann kommen."

"Ich freue mich auch schon so sehr auf die Meisterschaftsfeier von Altona 93. Die sind nun schon zum sechsten Mal hintereinander deutscher Meister geworden", ist sich Frau Schulze ihrer Schönheit auch ohne Spiegel bewusst.

"Sie werden zwar gleich wieder in der ersten Runde gegen eine portugiesische Mannschaft aus der Champions League ausscheiden, aber was soll´s. Gemachte Fehler hat man eben gemacht."

"Viel anders ist es 2022 aber auch nicht gewesen. Da schieden deutsche Mannschaften zwar nicht gegen portugiesische Mannschaften aus, aber weit kamen sie in der Champions League auch nicht. Nicht einmal vor der Killer-Variante, vor der Karl Lauterbach am 16. April 2022 gewarnt hat."

Frau Meier kann sich immer noch nicht von ihrem Spiegelbild trennen. Dennoch nimmt sie weiterhin geistesgegenwärtig an dem Gespräch mit ihrer Freundin teil. 

"An diesem Tag kündigte unser Bundesgesundheitsminister außerdem für September eine Impfstoff-Variante gegen Omikron an."

"Das hatte allerdings der Premierminister von Portugal schon im Dezember 2021 getan. Er rechnete damals für Mitte April mit diesem Impfstoff und bestellte ihn bereits Ende 2021 vorsorglich."

"Mitte April hatte dann der Mittelstürmer von Altona 93 Geburtstag. Dominik Akyol feierte seinen Geburtstag in Portugal und erfuhr dort von diesem Impfstoff, den er sofort für seine Mannschaft besorgte. Alle wurden geimpft. Jedes Jahr erkrankten immer mehr Mannschaften an der Killer-Variante, während Altona 93 stets gesund blieb. Die Konkurrenz schrumpfte bis auf  wenige Mannschaften. In der Bundesliga war das irgendwann nur noch die eigene zweite Mannschaft, in Europa kamen fast alle aus Portugal."

"Ich glaub, der Bus ist da. Nimm doch den Spiegel mit."

Die zwei Corona-Frauen (XXXIX) 



Samstag, 19. März 2022

Zwei Corona-Frauen (XXXIV)




Wenn ein Politiker nicht ganz so hübsch ist

 "Und wenn du selbst nicht ganz so hübsch bist", setzt Frau Meier ihre freche Miene auf, die von Frau Schulze erst einmal falsch verstanden wird. 

"Ein Wort noch", springt Frau Schulze auf und greift nach ihrer Handtasche mit den wichtigsten Corona-Utensilien zur Verhinderung einschränkender Maßnahmen wegen ungebührlichen Verhaltens.

"Ich meine doch nicht dich", sagt Frau Meier. "Ich meine den Karl Lauterbach."

Frau Schulze nimmt wieder Platz.

"Ach so. Ganz hübsch ist der wirklich nie gewesen. Aber worauf willst du hinaus?"

"Auf das Infektionsschutzgesetz, das im, ich glaube, es war der Monat März, also 2022 vom Bundestag verabschiedet worden ist."

Frau Schulze erinnert sich.

"Da fiel die Maskenpflicht, weil der Christian Lindner von der FDP das so wollte."

"Und was war der Lindner?"

"Etwas hübscher als der Karl Lauterbach?"

"Genau. Deswegen wollte er auch in der Öffentlichkeit endlich wieder sein Gesicht zeigen."

Frau Schulze denkt nach. Das dauert etwas. Frau Meier liest derweil weitere Zeitungsausschnitte, die inzwischen über 28 Jahre alt sind. 

"Eigentlich habe ich den Lindner nie hübscher gefunden als den Lauterbach. Am hübschesten fand ich immer den Robert Habeck", sagt Frau Schulze schließlich.

Die zwei Corona-Frauen (XXXV) 

Montag, 14. März 2022

Zwei Corona-Frauen (XXXIII)

Lauterbach am 13. März 2022 bei Twitter
Schutzlos mit ffp2-Maske?


Geimpfte Gefährder

"Da habe ich mich gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn ich nie zugehört hätte. Dann wäre mir wahrscheinlich viel erspart geblieben", sagt Frau Schulze. 

Frau Meier blickt von ihrer Häkelarbeit auf und ermahnt ihre Freundin zu einer klaren Ausdrucksweise.

"Du redest ja schon fast wie der Lauterbach vor vielen Jahren."

"Um den geht es ja. Vielleicht drücke ich es einmal anders aus. Erst hat er alle beschimpft, die nicht gegen Covid-19 geimpft waren, dann beschimpfte er alle, die nicht gegen Omikron geimpft waren."

Frau Meier fällt die Häkelnadel herunter. Sie bückt sich nach ihr. Das dauert. Frau Schulze nutzt die Zeit für eine kurze Erläuterung. 

"Ich denke jetzt mal wie Karl Lauterbach."

"Um Himmels willen", antwortet Frau Meier und spürt etwas an ihren Fingerspitzen, das sich anfühlt wie eine Häkelnadel. 

"Nun drückst du dich unklar aus."

"Aber nicht lange. Erst hat dieser Lauterbach die Nichtgeimpften zu verantwortungslosen Zeitgenossen erklärt, dann die Geimpften. Die sollen ab März 2022 unvorsichtig geworden sein und haben so Nichtgeimpfte angesteckt."

Frau Schulze fühlt sich bestätigt und findet deshalb klarere Wort denn je zuvor.

"Der hatte sie doch nicht mehr alle. Erstens war im März 2022 noch niemand gegen Omikron geimpft. Zweitens waren alle gegen Covid-19 Geimpften erst nicht ansteckend, dann etwas ansteckend und schließlich so ansteckend wie alle anderen. Sie wurden angeblich nur nicht so krank. Drittens war Omikron angeblich harmloser als Covid-19, dann doch nicht. Ich wiederhole hier nur, was der Lauterbach im Laufe der Zeit so alles behauptet hat. Und wann änderte er jeweils seine Meinung? Wenn man dachte, er hätte nun eine."

Frau Meier spürt nichts mehr an ihren Fingerspitzen.

"Da", sagt Frau Schulze. "Da liegt die Häkelnadel. Sei das nächste Mal weniger unvorsichtig."

"Ich kann mich ja gegen die Häkelnadelfallsucht impfen lassen", antwortet Frau Meier. 

"Tolle Idee. Dann könnte ich dir vorwerfen, dass du wegen der Impfung die Nadeln nur noch fallen lässt, um mich zu gefährden."

Die zwei Corona-Frauen (XXXIV)

Donnerstag, 17. Februar 2022

2 Corona-Frauen (XXIX)

Wer gesund ist, bestimmt der Karl.
16. Februar 2022

Nicht einmal eine unglückliche Liebe

 "Das ist ja so gesund", jauchzt Frau Meier und nimmt die Füße von den Pedalen. "Und dieser Fahrtwind macht mich so lebendig."

Frau Schulze, die ihrer Freundin auf dem Rad kaum noch folgen kann, nimmt die Füße nicht von den Pedalen.

"Dem Robert-Koch-Institut hilft seit Februar 2022 aber nicht einmal mehr Radeln bei der Gesundung."

In den Bäumen singt die Lerche und nicht die Nachtigall, die Verkünderin des Tages also und nicht der Nacht. 

"Aus dem Lothar und dem Karl ist eben nie so etwas wie Romeo und Julia geworden."

"Stimmt", sagt Frau Schulze und genießt den Fahrtwind auch mit den Füßen auf den Pedalen. "Nicht einmal zu einer unglücklichen Liebe hat es bei den beiden gereicht. Karl hat einfach gesagt, der Lothar Wieler und sein Team werden nie wieder gesund. Weg war die Kompetenz für den Genesenenstatus. Und Karl wurde nie wieder krank."

Die zwei Corona-Frauen (XXX)

Donnerstag, 10. Februar 2022

2 Corona-Frauen (XXVIII)

Karl Lauterbach und die Ampel von Frau Schulze

 "Reicht es nicht, dass du mir schon gestern dermaßen auf die Nerven gegangen bist mit deiner angeblich immer noch existierenden Verpflichtung, bei Rot an einer Ampel stehen zu bleiben? Hast du immer noch nicht begriffen, dass es kaum noch Autos gibt, die uns überfahren könnten und dass der letzte Polizist vor einem Jahr in Pension gegangen ist?", schimpft Frau Meier. 

"Neiiiienn", ruft Frau Schulze ihrer Freundin zu, die bereits die andere Straßenseite erreicht hat. "Ich gefalle mir derzeit in der Rolle von Karl Lauterbach im Februar 2022."

Die Ampel springt auf Grün, Frau Schulze springt von Streifen zu Streifen.

"Der hat den Februar 2022 an einer Ampel verbracht?" 

"Neiiiieenn. In einer Ampel. Aber nicht nur der Ampel ging er mit der Impfpflicht auf die Nerven. Und dann meinte er sogar noch, dass es nicht reiche, den anderen auf die Nerven zu gehen. Obwohl alle bereits Geimpften  nach einer dreifachen Impfung nur noch drei Monate gesund waren, wollte er nun unbedingt, dass auch alle noch nicht Geimpften nach drei Monaten krank werden."

Frau Meier sieht die Ampel nun mit ganz anderen Augen, merkt aber trotzdem an: "Ich weiß nicht, ob du das damals so richtig verstanden hast."

Die zwei Corona-Frauen (XXIX)

Montag, 24. Januar 2022

2 Corona-Frauen (XXI)

Schon eine Hängebrust?

Unser aller Körper und Annes Bleistifttest

 "Meine Nachbarin Anne Will will sich bei Karl Lauterbach beschweren wegen einer Äußerung des damaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz, die sie am 23. Januar 2022 dem Fernsehpublikum vorgespielt hat", rückte Frau Meier für Frau Schulze den Fernsehsessel zurecht. 

"Anne Will gehört zu deinen Nachbarinnen?", fragte Frau Schulze nicht ohne einen gewissen Anflug von Neid in der Stimme. "Die hat doch damals so was gemacht, was man früher Talkshow nannte."

"Stimmt",  antwortete Frau Meier und griff zur multifunktionalen Fernsteuerung mit integrierter Wiedergabetaste für Sendungen aus dem Archiv der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ab 1990. "Ich gebe jetzt das Datum und die Uhrzeit ein."

Und schon stand Olaf Scholz hinter dem Rednerpult des Deutschen Bundestages und sagte: "Es geht um unser aller Körper, den wir alle haben."

Frau Schulze blickte an sich herab und stellte fest, dass ihr Körper im Jahre 2022 wesentlich besser ausgesehen hat als jetzt und teilte das ihrer Freundin mit. 

"Bei meiner Nachbarin Anne Will ist das genauso. Den Bleistifttest besteht sie auch schon seit über 20 Jahren nicht mehr."

"Bleistifttest? Bleistifte gibt es doch gar nicht mehr."

"Wenn meine Nachbarin ein Messer unter ihre Brüste klemmt, fällt das auch nicht mehr herunter. Nun zufrieden?"

"Ja. Messer gibt es ja noch. Und was hat Karl Lauterbach damit zu tun?"

"Der soll meiner Nachbarin Anne Will erklären, warum sich unser aller Körper bei uns allen dermaßen verändert hat. Und das nicht zum Guten. Hat Olaf Scholz doch nicht gut genug auf unser aller Körper geachtet?"

Die zwei Corona-Frauen (XXII)




Samstag, 8. Januar 2022

2 Corona-Frauen (XV)

8. Januar 2022


Frau Meier strickt nicht für Karl Lauterbach

 "Geschont hat der keinen", seufzte Frau Schulze. "Dieser Doppel-Doktor gönnte niemandem eine andere Meinung."

Frau Meier, die für ihre Freundin einen Pullover strickte, blickte von ihren Nadeln auf. 

"Meinst du das Karlchen?"

"Duzt du den Lauterbach neuerdings?"

Frau Meier ließ die Stricknadeln klappern wie die Mühlen am rauschenden Bach.

"Du meinst also den Lauterbach."

"Der nach einer Talkshow, zu der Markus Lanz nicht ihn, sondern den Virologen Hendrik Streeck eingeladen hatte, uns vor solchen Mutanten warnte."

Frau Meier ließ die Stricknadeln sinken.

"Weil er sich gegen die Impfpflicht aussprach und sagte, es könne jetzt nur noch darum gehen, die über 65-Jährigen und Risikogruppen zu impfen, weil Corona sich zu einer Art Grippe entwickele."

Die zwei Corona-Frauen (XVI)



Donnerstag, 6. Januar 2022

2 Corona-Frauen (XIV)

6. Januar 2022
Wenn Politiker länger in Quarantäne müssen

"Gut überlegt war das nicht", schwang in der Stimme von Frau Meier auch 28 Jahre später immer noch ein wenig Mitleid mit dem Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit.

"Aber das konnte er doch auch nicht ahnen", verteidigte Frau Schulze oft Menschen, die nach ihrer Meinung zu Unrecht angegriffen werden.

"Ob nun geahnt oder nicht, das Resultat kennen wir. Das Robert-Koch-Institut bewertete die Berufe und stufte den Beruf der Politiker als sehr unwichtig ein. Dabei berief man sich auf eine Forsa-Umfrage, bei der die Mehrheit sogar die Meinung vertrat, dass man auch auf den Bundeskanzler verzichten könne."

Frau Schulze wendete sich immer mehr von Frau Meier ab. Der Abstand auf der Parkbank zwischen den beiden Freundinnen wurde immer größer, denn von Schadenfreude hielt Frau Schulze nicht viel. Frau Meier aber sehr wohl.

"Und dann erwischte es den ersten Minister. Robert Habeck, der beim Klimaschutz schon von der Kommission der Europäischen Union ausgebremst worden war, als sie Atomstrom zum grünen Strom machte, bekam Covid-21 und musste nicht nur 10 Tage in Quarantäne, sondern den ganzen Februar. Dann entschied das Robert-Koch-Institut auch noch, dass sich der Wirtschafts- und Klima-Minister im März 31 und nicht 28 Tage in Quarantäne befunden hätte und brummte ihm auch noch drei Tage im März auf. Und dann, zwei Tage später, wurden unsere Außenministerin und unser Bundeskanzler krank, weil sie sich bei Putin angesteckt hatten." 

Nun sagte Frau Schulze doch etwas.

"Bist du bald fertig?" 

"Als dann auch noch Karl Lauterbach..."

Zwei Corona-Frauen (XV) 



 

Samstag, 1. Januar 2022

2 Corona-Frauen (XI)

 

31. Dezember 2021

Alle mögen Omikron

"Der war aber auch niedlich", streicht Frau Schulze zärtlich über den Zeitungsartikel.

"Der Hendrik Streeck?"

"Der doch nicht. Omikron."

Langsam kommen bei Frau Meier die Erinnerungen wieder. Wie jedes Mal, wenn sie sich mit Frau Schulze trifft. 

"Da hast du Recht. Mit diesem Virus haben wir Riesenglück gehabt. Nur der Karl Lauterbach nicht."

"Was du auch immer hast. Vergiss doch unseren Bundesgesundheitsminister. Ich habe mir damals sogar überlegt, mir ein paar von den Viren nach Hause schicken zu lassen. Die schützten ja angeblich vor dem Delta-Virus."

"Mit Lieferando?"

Zwei Corona-Frauen (XII)


Mittwoch, 29. Dezember 2021

2 Corona-Frauen (X)

ntv, 29. Dezember 2021


Der Bundesgesundheitsminister und die Quarantäne-Formel

An diesem Sonntag sitzen Frau Schulze und Frau Meier an einem See. Die Wellen plätschern, es weht ein leichter Wind, die Enten haben vor Jahren schon wieder gelernt, sich selbst zu ernähren und betteln deswegen nicht um Brotbrocken. 

Die beiden Freundinnen, die eigentlich allein in ihren Wohnungen sein müssten, schwelgen in Erinnerungen. 

"Welches Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie ist für dich eigentlich das geselligste gewesen?", fragt Frau Schulze. 

"Das kann ich leicht beantworten. Das war das Jahr 2023 als wir gleich sieben Corona-Mutationen hatten", antwortet Frau Meier. 

Frau Schulze wundert sich über diese Antwort. Frau Meier reagiert mit näheren Erläuterungen.

"Erinnere dich doch mal an den Dezember 2021.  Da haben die USA die Quarantäne für Infizierte verkürzt. Von zehn auf fünf Tage. Ich vermute, dass diese Entscheidung auf der folgenden Formel beruhte: Quarantäne 10 Tage geteilt durch zwei aktuelle Corona-Mutationen gleich 5 Tage."

"Langsam ahne ich, worauf du hinaus willst", verschränkt Frau Schulze ihre Arme vor ihrer früher bei einigen Männern sehr beliebten Brust.

"Unser Bundesgesundheitsminister hat natürlich sofort seine Freunde in den USA angerufen. Zum Glück behielt er nur die Zahl 5 und wendete nun folgende Formel an: Quarantäne in den USA fünf Tage durch zwei aktuelle Corona-Mutationen gleich 2,5 Tage. 2023 wurde daraus 2,5 Tage durch sieben gleich abgerundet 8,5 Stunden. Hinzu kamen die Auswahlmöglichkeiten Quarantäne tagsüber und Quarantäne nachts. Die meisten entschieden sich natürlich für nachts."

Zwei Corona-Frauen (XI)

Donnerstag, 23. Dezember 2021

2 Corona-Frauen (VII)



"Merkur", 23. Dezember 2021


Sie glauben ihm nichts mehr

Da Karl Lauterbach in seiner Neujahrsansprache 2049/50 auch noch einmal darauf hingewiesen hatte, dass er bereits zum Jahreswechsel 2021/22 die Entwicklung richtig voraussagte, glaubten Frau Schulze und Frau Meier dem Bundesgesundheitsminister nichts mehr. 

"Der hat sich doch damals nur mit Wellen beschäftigt, die bereits hoch schlugen", fand Frau Schulze in ihren Unterlagen einen Zeitungsausschnitt vom 23. Dezember 2021. 

"Genau. Mit Omikron. Dabei gab es in Südamerika bereits eine Variante von dieser Virus-Mutation", fügte Frau Meier hinzu.

Frau Schulze dachte nach. Nicht wegen Karl Lauterbach, sondern wegen des Namens Cisek.

"Wer war das denn noch mal?"

Frau Meier wusste das noch.

"Eine Virologin aus Frankfurt. Die hatte bereits beim Jahreswechsel 2020/21 damit gerechnet, dass die Pandemie zu Ende geht. Dass dies nicht der Fall war, schob sie auf die Impfquote in Deutschland."

"So ein Schwachsinn", erregte sich Frau Schulze nur selten. "Auch in Ländern mit sehr hoher Impfquote war die Pandemie nicht zu Ende."

Dann endete dieses Gespräch doch noch mit einem Lob.

"Nur die Impfstoffhersteller behielten Recht. Sie sagten, dass Impfen zu 75 Prozent gegen Omikron hilft. Und siehe da. Ende 2022 waren 25 Prozent der Weltbevölkerung tot."

Zwei Corona-Frauen (VIII)

 

Mittwoch, 22. Dezember 2021

2 Corona-Frauen (VI)

Focus, 22. Dezember 2021


Der Tag, an dem der Bundestag mit dem Schrumpfen begann

Die Augen von Frau Schulze sind müde geworden. Denn Frau Meier zeigte ihr auf ihrem Corona-Lesegerät, das 2024 mit großem Erfolg von einem Unternehmen auf den Markt gebracht worden war, an dem der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach alle gemeinnützigen Anteile besitzt, einen Bericht nach dem anderen.

"So früh war das schon?", fragte Frau Schulze noch einmal.

"Ja. Der Bundestag schrumpfte ab dem 22. Dezember 2021. Damals erkrankten zwei Bundestagsabgeordnete an Covid-21. Daraufhin beschloss das Parlament, das Prinzip der Überhangmandate reziprok anzuwenden."

"Reziprok?"

"Zwei Zahlen sind zueinander reziprok, wenn ihre Multiplikation 1 ergibt. Die Partei der beiden erkrankten Bundestagsabgeordneten hatte 15 Überhangsmandate. Mit dem Kehrwert multipliziert blieb ein Überhangsmandat."

Zwei Corona-Frauen (VII)

Montag, 20. Dezember 2021

2 Corona-Frauen (IV)

20. Dezember 2021. 


Der Unterschied zwischen hoch und sehr hoch

Die Sonne schien auf die Beine von Frau Schulze und Frau Meier, die sie wohlig ausstreckten. Die beiden Freundinnen saßen auf dem zugewucherten Parkplatz eines ehemaligen Einkaufszentrums und diskutierten darüber, ob das Gras und das Unkraut hoch oder sehr hoch waren. 

Frau Schulze und Frau Meier fühlten sich auch hier sicher vor der Lockdown-Polizei, sie schwelgten in Erinnerungen.

"Sehr hoch oder hoch ist auch im Dezember 2021 die Frage gewesen", sagte Frau Schulze.

"Als Covid-21 kam", fügte Frau Meier hinzu.

"Wie wir heute wissen, war der Unterschied zwischen Genesenen, Geimpften und Nichtgeimpften überhaupt nicht hoch."

Die zwei Corona-Frauen (V)

Donnerstag, 16. Dezember 2021

2 Corona-Frauen

Auch diesem Trend
haben sich Frau 
Schulze und Frau
Meier nie angeschlossen.
T-online am 16. 12. 21

Tests nur noch im 26-Stunden-Abstand?

Wir begleiten Frau Schulze und Frau Meier in ihrem Alltag. Diese beiden Frauen haben sich in einem Schnelltest-Zentrum kennengelernt. Das ist inzwischen 25 Jahre her. Seither verbindet sie eine tiefe Freundschaft, die auch darauf gründet, dass sie noch nie zu den Trendsettern gehört haben.  Weitere Freundschaften wären allerdings auch nicht mehr möglich. Montags müssen sie sich um 10 Uhr testen lassen, dienstags um 11 Uhr, mittwochs um 12 Uhr, donnerstags um 13 Uhr, freitags um 14 Uhr, samstags um 15 Uhr und sonntags um 16 Uhr.

Zwischen den Tests liegen also immer 25 Stunden. Die neuen Impftermine erfahren sie immer dann, wenn eine neue Mutation von ehemals Covid-19 auftaucht. Da Covid-56 laut Robert-Koch-Institut weniger ansteckend ist als Covid-55, ist in diesem Jahr damit zu rechnen, dass nur noch Tests im Abstand von 26 oder 27 Stunden erforderlich sind. Dass Geimpfte mit Heroin-Abhängigen verwechselt werden, kommt kaum noch vor. Frau Schulze erinnert sich: "Ich habe deswegen einmal 24 Stunden in Untersuchungshaft gesessen."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hofft auf weitere Erfolge im Kampf gegen das Virus, versichert er Frau Schulze und Frau Meier soeben in einer persönlichen Videokonferenz. Der Minister soll gesagt haben: "Ein Abstand von 27 Stunden ist im Sommer absehbar."

Zwei Corona-Frauen (II)